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VEREIN IMFT

Mainfranken-Tour fällt aus [aus der Mainpost vom 8.2.2011]

Finanzaufwand zu hoch: 60. Auflage fällt aus Bayerische Meisterschaften als Ersatz

Die Internationale Mainfrankentour 2011, sie wäre eine Jubiläumstour geworden, die sechzigste. Daraus wird nichts: "Wir haben uns schweren Herzens entschieden, keine Tour zu machen", gab Andreas Neuer die Zwangspause des Radrennens bekannt. Die erste in seiner Geschichte. Der Finanz- und Personalaufwand war dem Ausrichterverein "Internationale Mainfrankentour" zu hoch, die Schweinfurter Radsportenthusiasten zählen derzeit gerade mal acht Mitglieder.

Vorsitzender Neuer, zu DDR-Zeiten selbst Profi-Fahrer, ist sichtlich enttäuscht: Immerhin sei die Mehretappen-Tour eine der traditionsreichsten Rundfahrten Deutschlands eine "kleine Tour de France" im Gedenken an die Ernst-Sachs-Rennen. Zu den besten Zeiten waren über 160 Profis aus allen Ländern am Start, "ein richtig großes Feld". Heute müsse man kleinere Brötchen backen, 50.000 Euro Kosten und der Personalaufwand waren zu hoch. Für den Verein, der die IMFT seit 2004 ausrichtet, sei die Organisation immer eine reine Privatangelegenheit gewesen, so Neuer. Und eine gefährliche. Im letzten Jahr hätte man beinahe 5.200 Euro wegen der Kosten für die Dopingproben drauflegen müssen (eine Analyse kostet 350 Euro), aber der Bund deutscher Radfahrer (BDR) sprang großzügig ein.

Statt der Dreitagestour wird es in diesem Jahr die bayerischen Meisterschaften in allen Klassen geben. Der Verein, der 2005 die deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren auf die A 71 gebracht hatte (vor deren Eröffnung) schaltet ein paar Gänge zurück: Mit 12.000 Euro Aufwand und 200 Helfern kommt man leichter zurecht. Am Samstag, 7. Mai, geht es im Einzelzeitfahren um den Ellertshäuser See, am Sonntag, 8. Mai, ist eine Rundstrecke durch die Stadtlauringer Ortsteile geplant.

Bei der Mainfrankentour knirscht es schon länger im Getriebe: Im Vorjahr konkurrierte die Thüringen-Rundfahrt am gleichen Wochenende, 2009 musste die Tour auf zwei Etappen verkürzt werden. Klassische Sponsoren in Industrie und Banken sind seit Jahren rar obwohl Schweinfurt dank Ernst Sachs mal Radsport-Metropole war.

Zuletzt ist auch der Sponsoren-Beauftragte Willi Grübel ausgeschieden, aus Altersgründen. Derzeit hält vor allem eine große Brauerei den Tourfahrern die Treue (und die beteiligten Gemeinden). "Sponsoren sind jederzeit willkommen", betont Neuer, auch Patenschaften für einzelne Mannschaften seien möglich. Generell würden sich die Verantwortlichen über mehr Radrennfahrer-Nachwuchs freuen, nach der Glanzzeit in den 90ern stürzte das Image des Sports jäh aus dem Sattel. Aber Doping sei auf diesem Level ganz sicher kein Problem, beteuert Vereinschef Neuer.

03 Apr 2011, Michael Noeth